| Veranstaltung: | dritte Sitzung des Plenums des Fürther Jugendrates |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 6.3. Initiativanträge |
| Status: | Beschluss |
| Abstimmungsergebnis: | Ja: 10, Nein: 0, Enthaltungen: 0, Ungültig: 0 |
| Beschluss durch: | Plenum des Fürther Jugendrates |
| Beschlossen am: | 03.11.2025 |
| Antragshistorie: | Version 2 |
Mobilitätsplan 2035+
Beschlusstext
I. Der Jugendrat beantragt, dass Maßnahmen zur Verbesserung von Jugendmobilität
in der Umsetzung des Mobilitätsplans 2035+ priorisiert werden und damit so bald
wie möglich umgesetzt werden.
II. Der Jugendrat bestätigt die bereits im Mobilitätsplan identifizierten und
als notwendig erachteten Maßnahmen für ein verbesserte Fortbewegung von
Jugendlichen:
- Ausreichend Fahrradständer
- Sicherheit rund um Schulen (Elterntaxis verhindern z.B. durch
Schulstraßen, Ampelschaltungen zugunsten der Schüler*innen kurz vor und
kurz nach dem Unterricht)
- Ausgebaute Fahrradwege zu Schulen und Freizeitorten
- Ausgebaute Fußwege zu Schulen und Freizeitorten
- Gute Wegqualität
- Regelmäßige Konsultation des Jugendrates zu stadtplanerischen Vorhaben
III. Der Jugendrat beantragt für die Umsetzung der Priorisierung der
Jugendmobilität folgende Arbeitsweise:
Um herauszufinden, was an den jeweiligen Schulen besonders herausfordernd und
verbesserungsbedürftig ist, beantragt der Jugendrat eine Datenerhebung an allen
weiterführenden Schulen Fürths zur aktuellen Verkehrssituation rund um Schulen
und Freizeitorten.
Begründung
- Jugendliche sind auf ein funktionierendes Verkehrsnetz angewiesen. Sie müssen zur Schule und zu ihren Freizeitaktivitäten kommen. Da sie keinen Führerschein besitzen und sich so neben dem ÖPNV nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß selbstständig fortbewegen können, sind die Rad- und Fußverkehrsnetze zu den von Jugendlichen besuchten Orten besonders wichtig. Als Fußgänger*in oder Fahrradfahrer*in sind junge Menschen im Straßenverkehr außerdem gefährdeter als Autofahrer*innen. Um ihre Sicherheit zu gewährleisten, braucht es die Priorisierung der Bedürfnisse Jugendlicher in der Umsetzung des Mobilitätsplans.
Die Verbesserung des Rad- und Fußverkehrsnetzes würde zudem nicht nur Jugendlichen, sondern auch anderen Bevölkerungsgruppen zugutekommen. Ausgebaute Fußwege sind für Behinderte beispielsweise wichtig, während eine klare Trennung von Fuß- und Radverkehr auch für Senior*innen wichtig ist. Der Seniorenrat hat hierzu bereits einen Antrag gestellt, um das Unfallrisiko zwischen Fahrradfahrer*innen und Fußgänger*innen zu minimieren. Des Weiteren profitieren Familien mit Kindern von sicheren Rad- und Fußwegen, sowie alle weiteren Personen jeden Alters.
- Die Protokolle des Jugendforums der letzten fünf Jahre unterstreichen hier grob zusammengefasst nochmal das Bedürfnis Jugendlicher nach einer besseren Radinfrastruktur als zentrales Anliegen:
2025: Mehr und bessere Radverbindungen, auch zu Nachbarstädten (jufo_2025_98_web)
2024: S.27 Mehr Fahrradstraßen in Fürth
2023: S.17 Sichere Fahrradwege und mehr Fernradwege
2022: S.18 Bessere Wegqualität (v.A. Südstadt), mehr Fahrradständer
2021: S.25 Mehr Radwege
- Mobilitätsmanagement an Schulen:
Mithilfe einer Umfrage mit konkreten Fragen, die an die entsprechenden Schulen und Schularten angepasst sind und für die wir gerne mit dem Stadtplanungsamt zusammenarbeiten, können so die Bedürfnisse systematisch erfasst werden. Diese Daten kann ein Jugendrat mit 15 Mitgliedern nicht in der, aus unserer Sicht notwendigen, Qualität erheben.
Auch die im „Jugenddialog Mobilität“ genannten Beispiele zu Problemstellen im Fuß- und Radverkehr reichen hierfür nicht aus, da die Teilnehmenden alle in der 5.-7. Jahrgangsstufe waren. Es ist notwendig, die Schüler*innen aller Altersklassen zu befragen, um den tatsächlichen Bedarf zu ermitteln.
Für die Fragen schlagen wir vor möglichst viele „Multiple Choice“ Antwortmöglichkeiten zu wählen, um die Auswertung zu vereinfachen, sowie die Umfrage digital durchzuführen.
Die Datenerhebung soll anonym sein und von möglichst allen Schüler*innen ausgefüllt werden, am besten im Unterricht. Dies sollte auch unabhängig des Lehrplans geschehen, um sicherzustellen, dass keine Jahrgangsstufen ausgelassen werden. Der Aufwand für die Schulen ist hierbei mit der dadurch verbesserten Sicherheit der Schüler*innen in Zukunft gerechtfertigt.
Je nachdem, in welchen Zyklen die Verwaltung hier arbeitet, schlagen wir nach einem Zeitraum von 3-4 Jahren nach der ersten Umfrage und nach der Umsetzung einiger Maßnahmen die Durchführung einer erneuten Datenerhebung vor, um die Ergebnisse vergleichen und evaluieren zu können.
4. Freizeitverkehr verbessern:
Um neben der Verbesserung der Schulwege auch den Freizeitverkehr zu fördern, sollen Herausforderungen und Verbesserungspotentiale des Freizeitverkehrs in der ober erläuterten Umfrage mitabgefragt werden. So ist der nötige Aufwand Daten zu erheben nur einmal zu stemmen.
